Transkulturelle Kompetenz in Hospiz- und Palliative Care

Stuttgart ist in Deutschland eine der Großstädte mit dem höchsten Anteil von Personen mit Migrationshintergrund. Die Anzahl der älteren Menschen mit Migrationshintergrund wird in den nächsten Jahren zunehmen. Viele dieser Menschen werden irgendwann einen Bedarf an Hospiz- und Palliative Care haben.

Sie werden sich im Laufe der Kurswoche mit ganz verschiedenen Aspekten der Begleitung von Menschen mit Mirgrationshintergrund befassen. ReferentInnen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen werden Sie in Workshops zu einzelnen Themen für zukünftige Herausforderungen sensibilisieren und vorbereiten.

Inhalt des Aufbaumoduls ist eine Erweiterung Ihrer palliativen Kompetenz. Das Ziel ist die Begleitung von Menschen in schwerer Krankheit und im Sterben, unabhängig ihrer kulturellen Hintergründe und orientiert an ihren individuellen Bedürfnissen. Die Teilnehmenden werden bestärkt, offen mit Fremdem in Beziehung zu treten und dabei Unsicherheiten und Wiedersprüche auszuhalten. Das Lernen findet als interaktiver Prozess innerhalb eines interprofessionellen Teams statt.

Dieses Aufbaumodul wurde im Rahmen eines Projektes der European Palliative Care Academy (EUPCA) entwickelt. Die EUPCA ist eine Initiative der Robert Bosch Stiftung in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Köln, der Nikolaus Kopernikus Universität in Torun (Polen), dem Hospiz Casa Sperantei in Brasov (Rumänien) und dem King's College London.

Kursleitung: Andreas Herpich

Zielgruppe: PalliativmedizinerInnen, Palliative-Care-Fachkräfte verschiedener Professionen und KoordinatorInnen von Hospizdiensten

Termin:                      Montag - Freitag, 06. - 10. November 2017

 

Für weitere Informationen und Fragen wenden Sie sich bitte an Susanne Haller oder Andreas Herpich, E-Mail: akademie@hospiz-stuttgart.de, Tel.: 0711 2 37 41-53

 

Bericht über das Aufbaumodul Transkulturelle Kompetenz

14 TeilnehmerInnen aus ganz Deutschland reisten im April 2015 zum ersten Aufbaumodul für Transkulturelle Kompetenz nach Stuttgart. Vertreten waren die Berufe Krankenpflege, Altenpflege, Sozialarbeit und Seelsorge. Tätigkeitsbereiche waren die spezialisierte Palliativversorgung in stationären und ambulanten Diensten von Hospizen und Kliniken. 

 TKK-GruppenfotoTKK-Gruppenarbeit 

Eingeladen waren ReferentInnen mit einem französischen, ukrainischen und türkischen Migrationshintergund. Sie haben auf authentische Weise ihre persönlichen Erfahrungen eingebracht und spontan auf die Bedürfnisse und Fragen der WeiterbildungsteilnehmerInnen reagiert. Inhalte waren beispielsweise die Reflexion eigener kultureller Prägungen, Wahrnehmungsprozesse, Kommunikation in Konfliktsituationen, Bedeutung von Krankheit und Sterben in der Migration, sowie Einblicke in Forschungsarbeiten über Transkulturelle Kompetenz.

Die gemeinsame interprofessionelle Fallarbeit war ein wichtiger Baustein der Weiterbildungswoche. Die Ressource eines interprofessionelles Team bzgl. Wissen und Erfahrung war für die TeilnehmerInnen praktisch erfahrbar. Es wurde eine aus der Kollegialen Beratung entwickelte Methodik eingeübt.  Die TeilnehmerInnen wurden ermutigt diese Methodik in ihren eigenen Teams zu praktizieren, damit zu experimentieren und sie ggf. individuell anzupassen.

 2016_TKK-GruppenfotoGruppenfoto Aufbaumodul Transkulturelle Kompetenz im Mai 2016