Kinderhospize haben eine durchaus andere Handlungsgrundlage und andere Handlungsziele als Hospize für Erwachsene

Gemeinsam ist beiden, dass sie sich an tödliche erkrankte Menschen wenden. Kinderhospiz-MitarbeiterInnen werden zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Erkrankung tätig. Ihr Ziel ist es nicht nur, die allerletzte Lebensstrecke für das kranke Kind und seine Familie sinnvoll, würdevoll und erfüllt zu gestalten, sondern sie nehmen ihre Arbeit so früh auf, dass die Familie lange Zeit hat, sich auf das bevorstehende Lebensende des Kindes vorzubereiten.

Erst wenn die Eltern die Tatsache des bevorstehenden Todes wirklich begriffen haben, erst dann, so betont John Overton, Direktor des Acorns Children`s Hospice, Birmingham, sei es möglich, mit der eigentlichen Entlastungsarbeit für die Familie zu beginnen:
Wege zu öffnen, dass die Familie auch noch Zeit für sich selbst hat, dass Eltern sich wieder begegnen können, dass die Geschwisterkinder nicht vernachlässigt werden. Was Hospize hier anbieten können ist neben der üblichen lindernden Pflege, Medizin und Beratung, vor allem dies: Erholung, die Möglichkeit für Familien, wieder Kraft zu finden und diesen schwierigen Weg gemeinsam weiterzugehen (vgl. Student: Konzeption, 2004).

Hierzu stellen Kinderhospize die nötigen ambulanten aber auch stationären Unterstützungsangebote zur Verfügung. Sie kooperieren hierbei eng mit herkömmlichen Institutionen der Behindertenhilfe und Kinderkliniken und füllen damit gerade die Lücken, die zwischen diesen Institutionen frei geblieben sind. Kinderhospize verbinden; sie sind nicht Inseln sondern Brücken.


Kinderhospize begleiten die betroffenen Familien noch lange Zeit nach dem Tod ihres Kindes

Sie bieten Freundschaft und Gemeinschaft auch in der Zeit der Trauer an. Sie haben auch in dieser Zeit die ganze Familie im Auge: Die Eltern ebenso wie Geschwisterkinder, die Großeltern und andere Verwandte, die an diesem schwierigen Prozess Anteil hatten.

Indem Kinderhospize durch ihre Arbeit weit in die Familien, weit in das Gemeinwesen hineinreichen, sind sie vielleicht stärker noch als die Erwachsenenhospize dazu in der Lage, die Kultur des Umgangs mit Sterben, Tod und Trauer zu verändern und dem Sterben und der Trauer einen neuen Platz, einen neuen Stellenwert in unserer Gesellschaft zu geben.