Möge dich ein Engel auf deinen Wegen behüten
und vor allem Dunkel bewahren.
Möge er deine Sorgen tragen helfen
und dein Leben von innen her erwärmen und erleuchten
und dir die Gewissheit schenken:
Es ist gut, dass es dich gibt.

 -Christa Spilling-Nöker-

Unter dem Titel „Ein Licht in der Dunkelheit“ fand am Sonntag 24. Oktober der dritte Erinnerungstag des Kinder- und Jugendhospizes statt. 30 Zugehörige haben hierfür den Weg ins Kinder- und Jugendhospiz gefunden und gemeinsam mit den Mitarbeitenden des Haupt- und Ehrenamts an die 35 verstorbenen Kinder und Jugendlichen gedacht, die Gast bei uns waren.

Nach einer Begrüßung wurden die Familien dazu eingeladen, ihre Trauer auf kreative Weise einen Ausdruck zu verleihen. Gemeinsam wurden verschiedenste Laternen gebastelt, die auch Zuhause Licht ins Dunkel bringen können. Der Kreativität waren dabei keine Grenzen gesetzt und so entstanden ganz individuelle und wunderschöne Lichter. Einige in Form eines Sterns, andere mit verschiedenen Bildern der Kinder und Jugendlichen, die in vier Bilderrahmen zu einem Windlicht zusammengesetzt wurden. Und auch die kleinsten Geschwisterkinder basteltet verschiedene Laternen mit selbst gemalten Bildern.

Nach der kreativen Einheit ging es dann gemeinsam in den Erinnerungsgarten. Dort versammelt wurde der Persönlichkeit jedes einzelnen Kindes Ausdruck verliehen. In der gemeinsamen Erinnerung und der Liebe zu den Kindern wurden Ihre Namen vorgelesen und für jedes Kind von den Angehörigen und den Mitarbeiter*innen eine Kerze entzündet. Im Anschluss lief eine Auswahl der Lieblingslieder der Kinder und Jugendlichen. Die gewählten Lieder setzten viele Emotionen frei und luden ein, an die schönen gemeinsamen Momente mit den Kindern und Jugendlichen zu denken und auch durch die Musik Trost zu erfahren.

Nach den Momenten des Innehaltens und des Gedenkens im Erinnerungsgarten kamen die Familien abschließend bei Kaffee und Kuchen in Austausch. Dabei entstanden viele Gespräche und auch neue Kontakte konnten untereinander geknüpft werden. Und auch für die Mitarbeiter*innen ist der Erinnerungstag eine sehr wichtige und auch emotionale Veranstaltung, die einen ganz besonderen Rahmen bekommt.

Eltern, Geschwister, Großeltern, Bekannte und das Team erhielten an diesem besonderen Tag die Möglichkeit, innezuhalten und aufzublicken, ein Licht der Liebe und der Hoffnung zu entzünden und so auch nach einigen Jahren nach dem Verlust des Kindes ihrer Trauer einen Raum zu geben. Es wurde gelacht und geweint, gesprochen und geschwiegen und dabei war besonders eines wichtig, das Dasein, das Zuhören und das Zeithaben.

Wir danken allen, die zum Gelingen dieses sehr emotionalen Tages beigetragen haben.

Redaktion: Franziska Eckensberger
Foto: Hospiz Stuttgart