Trauer

Viele Menschen fühlen nach dem Tod eines geliebten Menschen tiefe Trauer. Trauer ist eine Reaktion auf den Verlust eines Menschen, der uns nahe stand. So schmerzlich und manchmal unerträglich Trauer für Hinterbliebene ist, sie ist normal und gesund. Sie hilft, mit dem Verlust umzugehen und weiterzuleben. Doch Trauernde wissen oft nicht, wie sie mit ihrer Trauer leben sollen, was „normal“ ist und was nicht. Jede Trauer ist so individuell wie der Trauernde selbst und so individuell wie der Mensch, über dessen Tod wir so verzweifelt sind.

Trauer kann sich auf allen Ebenen zeigen. Es kann sein, dass unser Körper mit Schmerzen reagiert, dass wir sehr müde sind, keinen Appetit haben oder an Schlafstörungen leiden. Trauer kann unterschiedliche und wechselnde Gefühle auslösen wie Verzweiflung, Hilflosigkeit, Angst, Dankbarkeit, Schuld, Gefühle von Ohnmacht und Wut – und viele mehr. Die Gefühle können sich verändern, manchmal schnell, manchmal über einen längeren Zeitraum. Immer wieder gibt es Anlässe, die tiefe Trauergefühle hervorrufen: Der Geburtstag des geliebten Verstorbenen, ein Geruch, der Klang eines gemeinsamen Liedes, eine Erinnerung. Trauer ist kein Prozess, der gleichmäßig verläuft, sondern es kann Zeiten geben, in denen Trauernde ganz in der Trauer versinken, und andere, in denen es etwas besser geht.

Auch die Mitmenschen sind verunsichert. Freunde, Nachbarn, Kolleg*innen wissen oft nicht, wie sie mit Trauernden umgehen sollen. Das kann dazu führen, dass weder über den Verstorbenen noch über die Trauer gesprochen wird. Trauernde fühlen sich dann oft einsam, unverstanden und getrennt von anderen Menschen.

Begleitung in der Trauer kann hilfreich und unterstützend sein. Trauernde können über ihre Gefühle sprechen, sie erleben in Trauergruppen, dass sie nicht alleine sind mit ihrer Trauer. In einer vertrauensvollen Atmosphäre ist der Austausch mit speziell ausgebildeten Trauerbegleiter*innen und anderen Trauernden möglich, so dass Trauer mit all ihren Gefühlen und Worten Raum und Zeit erhält.