Kultursensible Begleitung von Menschen mit Migrationshintergrund

Unser Projekt KuBeMi

Wir im Hospiz tätige Menschen haben den Grundgedanken, niemanden allein zu lassen. Wir anerkennen und wertschätzen diverse Lebensentwürfe. Diese Haltung umfasst die Anerkennung der sozialen, ethnischen, religiösen Herkunft genauso wie die physischen und psychischen Fähigkeiten und Orientierungen. So begegnen wir jedem Menschen respektvoll, offen und kultursensibel, denn jeder Mensch kommt mit seiner ganz eigenen Geschichte und Kultur zu uns.

Unser Wunsch ist es, Menschen in schwerer Krankheit und am Lebensende auch durch Menschen mit gemeinsamer Muttersprache begleiten zu können. Wir hoffen, dass wir mehr Menschen mit unterschiedlichen Muttersprachen ansprechen und für unsere Arbeit als ehrenamtliche Begleiter*innen gewinnen können. Auch hier gilt, dass wir niemanden allein lassen, sondern jeden Menschen, der mit uns tätig wird, gut vorbereiten und begleiten. Möge sich in unserer Arbeit die Welt abbilden, wie wir sie in der Stadt Stuttgart so vielfältig vorfinden.

Redaktion: Petra Ulbrich

Mehr Informationen auf Türkisch:

Tüm bakim evi için hazırladığımız broşürü buradan indirebilirsiniz:

Grußwort von Muhterem Aras, MdL

KuBeMI – von Menschen für Menschen

Immer wieder besuche ich im Rahmen meiner Arbeit das Stuttgarter Hospiz. Und immer wieder bin ich tief beeindruckt von der Herzenswärme, die hier zu spüren ist.

Ich kann mich noch sehr gut an das unsichere Gefühl erinnern, mit dem ich das erste Mal in das Hospiz gekommen bin. In meiner Vorstellung war das Hospiz ein Ort des Abschieds. Ein Ort der Traurigkeit. Umso überraschter war ich, dort Lachen und angeregte Gespräche zu hören, in eine positive und lebendige Atmosphäre einzutauchen. Der Tod gehört hier ganz selbstverständlich zum Leben dazu. Es gibt Zeit für Trauer, aber auch Zeit für Freude.

Im Hospiz sind Momente kostbar. Kostbar sind auch die Menschen, die diesen Ort mit Herzlichkeit und Aufmerksamkeit füllen.

Wir in Stuttgart sind eine bunte, diverse Gesellschaft, die 185 verschiedenen Kulturen vereint. Deshalb freue ich mich ganz besonders über das neue Angebot des Stuttgarter Hospizes, der „kultursensiblen Begleitung“. Denn jeder Mensch sollte in schwerer Krankheit und am Lebensende von Menschen in gemeinsamer Muttersprache umgeben sein. Die Sprache, die man als Kind von seinen Eltern lernt, prägt uns, vermittelt uns Halt und gibt uns ein Gefühl von Vertrautheit und Geborgenheit.

Keine und Keiner von uns möchte sich am Ende seines Lebens einsam und verloren fühlen. Damit uns das in Stuttgart geling, braucht es Menschen mit unterschiedlichen Muttersprachen, die ehrenamtlich im Hospiz vor allem eins tun möchten: Zeit verschenken. Dafür bekommt man sehr viel:  neue Perspektiven, herzliche Augenblicke und besondere Begegnungen.

Eine Bereicherung für beide Seiten. Und eine große Ehre für mich, dass ich Schirmherrin dieses ganz besonderen Projektes sein darf.

Muhterem Aras MdL
Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg

Der Islam in der türkischen Community

Im Folgenden geben wir einige Hinweise zum Islam und zur türkischen Kultur, die helfen können, türkischstämmige Menschen besser zu begleiten und zu betreuen. Alle Hinweise zur muslimischen Lebensweise beziehen sich auf den Kontext der türkischen Kultur. Für Musliminnen und Muslime aus anderen Ländern können andere Dinge gelten.

Zudem gelten diese Besonderheiten nicht für alle Musliminnen und Muslime gleichermaßen, da sich die Gläubigen nach verschiedenen Gelehrtenschulen richten und nicht alle Muslime alle religiösen Vorgaben befolgen. Daher ist es immer sinnvoll, die Betroffenen selbst und im Zweifel die Angehörigen zu fragen.

Als Quelle konnten wir auf demenz-und-migration.de der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. und ina – Interkulturelles Netzwerk Altenhilfe zurückgreifen.

Der islamische Glaube

Der Islam ist die zweitgrößte monotheistische Weltreligion. Innerhalb dieser Religionsgemeinschaft gibt es unterschiedliche Gruppierungen und Richtungen. Es kann an dieser Stelle daher nur ein erster Überblick zum Verständnis der religiösen Vorstellungen und Riten gegeben werden.

Für die Musliminnen und Muslime heißt Gott „Allah“, „der einzige Gott“. Das Wort kommt aus dem Arabischen und meint, dass es für alle Menschen, gleich welcher Religion, diesen einen Gott gibt, der die Menschen erschaffen hat. Die ranghöchste Quelle des Glaubens ist der Koran. Die Rechtsquelle neben dem Koran sind die Worte und Handlungen (arab. Sunna) des Propheten Muhammad (SAW), der den Islam als letzter Prophet überliefert hat. Der Islam ist auf mehreren Grundzügen aufgebaut und meint vor allem die Haltung einer Person zu ihrem Leben und der Lebensgestaltung.

Islam im Sinne von „Frieden“

Der Mensch soll im Einklang mit sich und seinen Mitmenschen leben und seine Identität im Glauben haben.

Islam im Sinne von „Lebensweise“

Der Mensch entscheidet sich, nach dem Islam leben zu wollen und dies soll nach außen mit den fünf Säulen des Islam sichtbar werden. Mit der „Lebensweise“ ist aber auch die innere Haltung gemeint, die mit dem Herzen verbunden ist (innerer Glaube).

Islam im Sinne von „Durchdringung“

Dies meint die Bereitschaft des Menschen, sich von Gott durchwirken zu lassen. Es geht um die Gemeinschaft mit Gott, bei der nicht Herkunft, Zugehörigkeit und Bekenntnis zählen, sondern Glaube und Tat.

Die 5 Grundsäulen des Islam

  1. Das Glaubensbekenntnis
  2. Das Gebet (türk. Namaz)

Das Gebet wird fünfmal am Tag verrichtet: Morgengebet, Mittagsgebet, Nachmittagsgebet, Abendgebet, Nachtgebet

Wichtigste Instrumente für das Gebet:

  • Koran
  • Gebetskette
  • Gebetsteppich
  • Gebetsrichtung nach Kaaba (nach Mekka)
  • Kalender mit Gebetszeiten
  1. Das Fasten (türk. Oruç im Monat Ramazan)

Die Fastenzeit geht von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Jede Form der Nahrungs- und Genussmittelaufnahme sowie der Beischlaf sind untersagt. Nach dem Sonnenuntergang wird wieder gegessen und getrunken. Man begeht das Fastenbrechen mit der Familie oder Freundinnen und Freunden – auch Nicht-Muslime werden dazu eingeladen. In der Türkei nennt man das Fest des Fastenbrechens auch Şeker Bayramı. Das bedeutet Zuckerfest, weil man in dieser Zeit viel Süßes isst.

  1. Die Almosensteuer (türk. Zekat)

Zeakat kann mit „reinigen“ und auch „vermehren“ übersetzt werden. Musliminnen und Muslime sind verpflichtet, einmal im Jahr Arme und Bedürftige zu unterstützen, um somit ihr Vermögen zu „reinigen“ und mit göttlichem Segen zu vermehren.

  1. Die Wallfahrt (türk. Hacca gitmek)

Die Pilgerfahrt nach Mekka, auf der arabischen Halbinsel, stellt den Höhepunkt im Leben eines muslimisch gläubigen Menschen dar. Diese findet im letzten Monat des islamischen Mondkalenders statt. Jedes Jahr pilgern rund drei Millionen Musliminnen und Muslime in die Heilige Stadt und durchlaufen einen besonderen Weihezustand.

Die 6 Glaubenssätze des Islam

  1. Die Einheit Gottes
  2. Die Gesandten Gottes, unter anderem: Adam, Noah, Abraham, Jakob, Josef, Moses, David, Salomon, Jesus, Muhammed
  3. Die offenbarten (heiligen) Bücher: Psalter, Thora (Altes Testament), Bibel (Neues Testament), Koran
  4. Die Engel, zum Beispiel: Gabriel, Mikael, Israfil und Azrael
  5. Der Jüngste Tag des Gerichts und die Auferstehung
  6. Die Vorherbestimmung (Schicksals-Prädestination)
Feiertage im Islam und in der türkischen Kultur

Die wichtigsten islamischen Feiertage und Feste sind der Fastenmonat Ramadan (türk. Ramazan), das Fest des Fastenbrechens und das Opferfest.

Das rituelle Fasten ist eine gottesdienstliche Handlung, die den Menschen Gott näher bringen soll. Der Körper wird dem Geist unterworfen. Stillende Mütter, Kranke sowie Reisende sollen nicht fasten. Während des Fastenmonats verzichten Gläubige tagsüber auf Nahrung und Beischlaf. Der Ramadan beginnt immer mit der ersten Sichtung der Mondsichel nach Neumond im neunten Monat des Mondjahres und dauert 29 Tage. (Ein Mondjahr hat 354 bzw. 355 Tage; ein Sonnenjahr 365 bzw. 366 Tage.) Sobald im darauffolgenden Monat wieder der Neumond erscheint, beginnt das Fest des Fastenbrechens.

Das Opferfest ist das wichtigste islamische Fest bei dem gläubige Musliminnen und Muslime nach Mekka reisen. Es dauert vier Tage. Es wird ebenfalls nach dem Mondkalender berechnet und verschiebt sich nach dem Sonnenkalender jährlich um etwa elf Tage rückwärts.

Weitere wichtige Tage im islamischen Kalender:

  • Mevlid (Geburtstag des Propheten Muhammad)
  • Das islamische Neujahr
  • Ashura-Fest (Fasten- und Rettungstag des Propheten Moses)

Mehr Informationen über islamische Festtage in der Wikipedia.

Einen guten Überblick über die verschiedenen religiösen Feier- und Gedenktage bietet Ihnen der „interkulturelle Kalender“ des BAMF (Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge).

Hier geht es zum Download des Kalenders: A1 Format und A3 Format

Familie und soziale Beziehungen

Im islamischen Glauben sind soziale Beziehungen von großer Bedeutung. Die Familie gilt dabei als gesellschaftliches Herzstück und der Familienzusammenhalt ist stark ausgeprägt. Es wird viel Zeit innerhalb der Familie verbracht. Solidarität und  Zusammenhalt in der Familie ist sehr groß sind. Wenn ein Familienmitglied in Not ist und Hilfe braucht, unterstützt die Familie auch finanziell.

Das Oberhaupt der Familie ist das älteste Mitglied der Familie. Die Mutter nimmt eine zentrale Rolle innerhalb der Familie ein, da sie hauptsächlich für das Wohl und die Erziehung der Kinder zuständig ist. Diese taditionelle Rollenverteilung verschiebt sich aber derzeit auch in der muslimisch geprägten Gesellschaft.

„Fürsorge den Jüngeren und Respekt den Älteren“ ist ein bekanntes Sprichwort und versinnbildlicht eine Verhaltensweise der Gläubigen. Der Respekt gegenüber den Älteren wird mit einem Handkuss bezeugt. Kranken- bzw. Seniorenbesuche gelten im Islam als religiöse Verpflichtung. Daraus ergibt sich mitunter ein großer Besucherandrang in den Krankenzimmern.

Der Nachbarschaft kommt ebenfalls eine besondere Bedeutung zu und nachbarschaftliche Beziehungen werden sehr gepflegt. Auf Gastfreundschaft wird sehr viel Wert gelegt. Die Haltung „Du kommst als Fremder und gehst als Freund“ ist stark verinnerlicht – egal welcher Herkunft und welcher Religion der Gast ist.

Kommunikation

Auch die Art wie wir kommunizieren ist kulturell geprägt. Dadurch kann es zu Missverständnissen kommen – unter anderem auch im Kontakt mit Ärztinnen und Ärzten, bei der Beratung oder in Pflegesituationen.

Während Deutsche eher direkt sind, tendieren Menschen mit einem türkischen Migrationshintergrund dazu:

  • Probleme und Schwierigkeiten möglichst nicht anzusprechen,
  • indirekt zu kommunizieren und viele andere Dinge anzusprechen, bevor man zum eigentlichen Anliegen kommt,
  • eine eher blumige Redensart zu verwenden und sehr darauf zu achten, das Gegenüber nicht zu kränken.

Die oberste Priorität ist, sein Gesicht zu wahren. Viele Begründungen beginnen daher mit „Yüzüm kalmaz…“, „Yüzüm yok…“ – „Habe sonst kein Gesicht“.

Essen und Trinken

Im Islam gibt es bestimmte Grundsätze, die mit der Nahrungsaufnahme verbunden sind:

  • Aus religiösen Gründen wird auf Schweinefleisch und Alkohol verzichtet.
  • Es wird großer Wert auf gemeinsames Essen mit der Familie gelegt.
  • Die Ernährung ist sehr reichhaltig und die frische Zubereitung sehr wichtig.
  • Die Küche ist reich an Obst und Gemüse.
  • Fleisch sollte rituell geschlachtet sein und wird dann als „helal“ („rein“) bezeichnet.
  • Blut darf weder gegessen noch getrunken werden.
  • Gelatine wird gemieden, und damit auch Lebensmittel, in denen Gelatine enthalten sein kann.

Diese Ernährungsregeln können nicht auf alle Musliminnen und Muslime übertragen werden. Die Gläubigen richten sich nach verschiedenen Gelehrtenschulen. Im Zweifel sollte man nachfragen, was einer Person wichtig ist und auch die Angehörigen zu Rate ziehen.

Pflege

Es gibt keinen anderen Bereich, in dem sich Menschen so nahe kommen, wie in der Pflege. Die üblichen Grenzen der Begegnung und Nähe sind hier außer Kraft gesetzt. Pflege greift unmittelbar in die Intimsphäre des pflegebedürftigen Menschen ein.

Daher sollte sich die Pflege an der jeweilige Kultur der zu Pflegenden mit ihren Ritualen, Gewohnheiten und individuellen religiösen Vorstellungen orientieren.

Besonderheiten bei der Pflege von Menschen aus dem muslimischen Kulturkreis:

  • Gleichgeschlechtliche Pflege sollte ermöglicht werden. Besonders bei religiösen Ritualen spielt die Geschlechtertrennung eine wichtige Rolle und sollte eingehalten werden.
  • Die rituelle Ganzkörperwaschung sollte unter fließendem Wasser erfolgen. Diese Waschung wird vorausgesetzt, um alle religiösen Rituale zu verrichten.
  • Die kleine rituelle Waschung wird fünfmal am Tag verrichtet – ebenfalls unter fließendem Wasser – und ist die Voraussetzung für das fünfmal am Tag stattfindende Pflichtgebet und für das Rezitieren aus dem Koran.
  • Bei den Waschungen sollten sich die Pflegenden (bei Angehörigen) erkundigen, welche Hilfestellung notwendig ist.
  • Die Reinheit des Körpers spielt bei religiösen Ritualen eine wichtige Rolle, so auch die Enthaarung im Schambereich und unter den Achseln. In den meisten Fällen übernehmen Angehörige diese Aufgabe, wenn die betroffene Person dazu selbst nicht in der Lage ist.
  • Die Intimregion wird nach dem Toilettengang unter fließendem Wasser gereinigt. In Pflegeeinrichtungen sind Bidets kein Standard, daher ist es ratsam eine Kanne mit Wasser oder Feuchttücher neben der Toilette zu platzieren.
  • Die Toilette darf nur mit Hausschuhen, die ausschließlich diesem Zweck dienen, betreten werden.
  • In der Wohnung werden Schuhe immer ausgezogen. So sollten auch vor den Zimmern von muslimischen Gläubigen die Schuhe ausgezogen werden. Alternativ sollte nur Schuhe getragen werden, die nicht draußen verwendet werden.
  • Als unrein gelten: Urin, Blut, Schweinefleisch, alkoholische Getränke. Nach einem Kontakt damit wird sich ein muslimischer Mensch waschen wollen.
Sterberituale

Um den letzten Willen eines muslimischen Menschen mit türkischen Wurzeln zu erfüllen, sind – nach Absprache mit den Angehörigen – bestimmte Rituale einzuhalten:

  • Unverzügliche Verständigung der Angehörigen, Bekannten oder von Mittlerpersonen aus der Gemeinde.
  • Angehörige entscheiden, ob sie einen Imam hinzuziehen oder nicht.
  • Bei praktizierenden Musliminnen und Muslimen versammeln sich die Angehörigen um den verstorbenen Menschen und verrichten Gebete.
  • Das Glaubensbekenntnis wird von Angehörigen oder von Erfahrenen ins Ohr der Verstorbenen oder des Verstorbenen gesprochen.
  • Im Vordergrund steht das Leben als Geschenk und nicht der Tod.
  • Der Leichnam wird nicht alleine gelassen, Bekannte wechseln sich ab.
  • Mund und Augen werden verschlossen und der Kopf gebunden.
  • Füße werden an den großen Zehen zusammen gebunden.
  • Die Waschung des Leichnams wird durch Erfahrene durchgeführt. Geschlechtertrennung ist sehr wichtig.
  • Die Leiche wird in ein weißes Tuch (nach bestimmter Anordnung durch Erfahrene) gehüllt und für die Bestattung vorbereitet.

Bestattung und Trauer:

  • Die Information über den Tod wird in der Regel mündlich verbreitet.
  • Bei manchen Familien erfolgt eine Anzeige in der Zeitung.
  • Überführung des Leichnams in die Türkei oder Beisetzung in Deutschland auf einem Friedhof mit muslimischen Teil (Grabrichtung ist nach Mekka).
  • Angehörige bekommen Beistand und Unterstützung vom Umfeld, zum Beispiel wird die Familie mit Essen versorgt.
  • Nach 40 Tagen wird im großen Kreise wieder für die Tote oder den Toten gebetet.

Materialien

Wir sind auf diese Informationen auf der Seite demenz-und-migration.de der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. aufmerksam geworden und danken für die Zusammenarbeit.

Broschüren und Flyer

Informationen zu Türkeistämmigen

Die Broschüre bietet unter anderem eine kurze Einführung für Pflegende in die Entstehungsgeschichte der Türkei, die größten Ethnien und Glaubensgemeinschaften sowie die wichtigsten religiösen und nationalen Feiertage.
Daneben wird auch die gesellschaftliche Stellung älterer Menschen und der Zusammenhang von Migrationerfahrung und Gesundheit erklärt.

Die Broschüre entstand im Rahmen des Projekts „Brücken bauen – Interkultureller Demenzkoffer für Pflegeeinrichtungen“, das im Rahmen des bundesweiten Programms Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz gefördert wurde. Das Projekt wurde in Kooperation von der Stadt Heilbronn, Stabsstelle Partizipation und Integration und der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V. | Selbsthilfe Demenz durchgeführt.

Hrsg. Stadt Heilbronn, Stabsstelle Partizipation und Integration 2017; 13 Seiten; Download

Kultursensible Betreuung und Pflege von muslimischen Menschen

Die Broschüre ist kompakter Ratgeber für den beruflichen Alltag in der Pflege und Betreuung muslimischer Menschen.

Sie erhalten unter anderem einen Einblick in die Themen rituelle Körperpflege, Schambereich und Kleidung, Essen und Trinken, das tägliche Gebet, Begrüßungsriten, Sterbebegleitung und Feiertage.
Die Themen rituelle Körperpflege und das tägliche Gebet sind anschaulich bebildert.

Die Broschüre entstand im Rahmen des Projekts „Brücken bauen – Interkultureller Demenzkoffer für Pflegeeinrichtungen“, das im Rahmen des bundesweiten Programms Lokale Allianzen für Menschen mit Demenz gefördert wurde. Das Projekt wurde in Kooperation von der Stadt Heilbronn, Stabsstelle Partizipation und Integration und der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V. | Selbsthilfe Demenz durchgeführt.

Hrsg. Stadt Heilbronn, Stabsstelle Partizipation und Integration 2017; 31 Seiten; Download

Palliativ- und Hospizversorgung von Menschen mit Migrationshintergrund - Aktueller Stand und Handlungsempfehlungen für Hospiz und Palliativversorger

Die Handlungsempfehlung sensibilisiert Praktikerinnen und Praktiker in der Palliativ- und Hospizversorgung für die Bedürfnisse von Menschen mit einem Migrationshintergrund in der letzten Lebensphase. Es werden bewusst keine konkreten Handlungsanweisungen zu bestimmten kulturellen Hintergründen angegeben, da diese oft zu einer Generalisierung bestimmter kultureller Aspekte führen, die der Heterogenität der eingewanderten Menschen aus einem Herkunftsland nicht gerecht wird.

Die Broschüre zeigt Schlüsselelemente auf, um eine Perspektive zu entwickeln, „die die jeweilige Patientin in ihrer Einzigartigkeit vor dem Hintergund des biografischen Erlebens der Migration und mit einer Offenheit für verschiedene Lebenspraktiken in den Blick nimmt.“
Vertiefende Literatur ist in der Broschüre aufgeführt.

Jansky, Maximiliane / Nauck, Friedemann; Klinik für Palliativmedizin, Universitätsmedizin Göttingen 2018; 39 Seiten; Download

Trauer und Bestattung in verschiedenen Glaubenskontexten

Kompakte Broschüre, in der christliche, jüdische und islamische Religionsexperten die jeweiligen Glaubensinhalte, Bestattungsrituale und -traditionen beschreiben.

Hrsg. Ministerium für Integration und Soziales Baden-Württemberg 2014; 14 Seiten; Download

Bücher, Berichte, Handreichungen

Altenpflege für Muslime- Informationsverhalten und Pflegearrangements. Im Auftrag der Deutschen Islam Konferenz

Die Studie „Altenpflege für Muslime“ erlaubt erstmals mit einer quantitativen Herangehensweise Einblicke in die Wahrnehmungen von Personen muslimischen Glaubens in das bisher kaum untersuchte Themenfeld muslimische Altenpflege in Deutschland.

Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die Einschätzungen von Menschen muslimischen Glaubens mit und ohne pflegebedürftige Familienangehörige, da über die Organisation von Altenpflege neben den Betroffenen in großen Teilen das familiäre Umfeld entscheidet.

Im Projekt „Muslimisches Leben in Deutschland 2016“ (MLD 2016) wurden 2.045 Musliminnen und Muslime aus den Herkunftsregionen Iran, Naher Osten, Nordafrika, Südosteuropa, Süd-/Südostasien und der Türkei befragt.

Das Working Paper 75, Altenpflege für Muslime – Informationsverhalten und Akzeptanz von Pflegearrangements wurde im Auftrag der Deutschen Islam Konferenz vom Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg erstellt.

Volkert, Marieke / Risch, Rebekka; Hrsg. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2017; Download; ISSN 1865-4967 (Internetversion)

Altenpflege für Muslime- Informationsverhalten und Pflegearrangements. Im Auftrag der Deutschen Islam Konferenz

Ideensammlung mit Fokus Demenz

Senioren aus uns fremden Kulturen mit eigenen Gebräuchen, Vorstellungen und Bedürfnissen wahrzunehmen, ist eine neue Herausforderung für AltenpflegerInnen. Vom Entschluss, ein Einrichtungskonzept kultursensibel zu ergänzen, bis hin zur professionellen Trauerbegleitung stellt die Autorin 20 praxisbezogene Leitfäden mit Checklisten zur gelingenden Interaktion mit Patienten und Angehörigen vor. Jeder Themenkreis beleuchtet zusätzlich die besondere Situation dementer Menschen unter kulturspezifischen Aspekten.

Mit diesem Buch lernen Fach- und Führungskräfte, interkulturelle Handlungskompetenz zu entwickeln und die Chancen multikultureller Teams zu nutzen. Ein Fragebogen für ambulante Pflegedienste hilft, Strategieprozesse zu kultursensiblen Handlungsfeldern auszuarbeiten.

Paillon, Monika; Reinhardt Verlag 2010; 223 Seiten; 27,90 €; ISBN 978-3-497-02172-7

Muslimische Patienten pflegen

Die Betreuung von Muslimen stellt für viele professionell Pflegende eine Herausforderung dar. Unsicherheit und Verständigungsprobleme können zu Missverständnissen, Unzufriedenheit und Konflikten auf beiden Seiten führen. Dieser Leitfaden gibt Anregungen, wie es trotz straffen Zeitplans gelingt, auf die Bedürfnisse muslimischer Patienten und Bewohner einzugehen.

von Bose, Alexandra / Terpstra, Jeanette C.; Springer Verlag 2012; 184 Seiten; 24,95 €; ISBN 978-3-642-24925-9

Was macht erfolgreiche interkulturelle Öffnung der Hospiz- und Palliativversorgung aus? -Handreichung zu den Faktoren einer besseren interkulturelle Hospiz- und Palliativversorgung

Die Handreichung richtet sich an professionell und ehrenamtlich Tätige in der Hospiz- und Palliativversorgung, die sich mit dem Thema der interkulturellen Öffnung ihrer Angebote und der dafür relevanten Gelingensfaktoren befassen wollen.  Ausgangspunkt ist die Erkenntnis früherer Forschungen, dass die Hospiz- und Palliativversorgung die unterschiedlichen PatientInnengruppen nicht gleichermaßen erreicht.
Insbesondere Menschen mit einem Migrationshintergrund profitieren bisher im Vergleich zur Gesamtbevölkerung  trotz einschlägiger Indikation deutlich seltener von der Hospiz- und Palliativversorgung.

In dem Projekt, welches dieser Handreichung zu Grunde liegt, wurde mithilfe von qualitativen Interviews mit hospizlichen und palliativmedizinischen Einrichtungen Faktoren und Kriterien für eine gelingende interkulturelle Öffnung, sowie die Herausforderungen, denen sich die Einrichtungen gegenüberstehen, herausgearbeitet.
Auch erfolgreiche Strategien der Einrichtungen für eine interkulturelle Öffnung werden beleuchtet.
Weiterführende Literatur ist in der Broschüre aufgeführt.

Schade, Franziska / Rieder, Nicole / Banse,  Christian / Nauck  Friedemann;
Klinik für Palliativmedizin, Universitätsmedizin Göttingen 2019; 51 Seiten;
ISBN 978-3-00-064555-6; Download